Liebe Fix & Foxi Redaktion,
das Heft ist wieder da! Das freut mich sehr.
Ich gratuliere zu dem Ergebnis und wünsche jetzt schon viel Erfolg, auf dass die Heftserie ein langes Leben haben mag.
Ich möchte Euch gerne ein paar Dinge zur Erstausgabe mitteilen.
Das Format ist sehr schön, genau die richtige Größe, ebenso das Papier ist ideal. Der Preis geht in Ordnung, das Gimmick muss heutzutage wohl leider sein, um die jungen Käufer anzulocken, aber es war auf jeden Fall passend zum Inhalt gewählt, das gefällt mir.
Nicht so gut, ist die Befestigung per Tesaband, allzu leicht kann das Cover beim lösen beschädigt werden.
Das Titelbild ist sehr gelungen, besonders schön, dass der Titel der Hauptgeschichte genannt wird, allerdings sehen die Buchstaben etwas ZU sehr nach Handarbeit aus.
Die Erwähnung der Nutrikids auf dem Titel hätte nicht sein müssen, dabei handelt es sich im Heft dann doch eher um Werbung, aber falls es Euch finanziert hat, ist mir das recht, das sichert den Bestand von F&F.
Zum Inhalt:
Schön, dass Alexandra wieder ein kleines Vorwort verfasst hat, ebenso die Inhaltsangabe und die Beschreibung des Extras. Auch das Layout gefällt, bunt, aber übersichtlich.
Erst hatte ich kein Interesse daran, hab dann aber doch die Artikel über die Tiefsee gelesen und es war sehr interessant, sehr schön auch, dass damit das Bewusstsein für die Umwelt geweckt wird.
Zu den Comics (für mich das Wichtigste am Heft):
Ich muss zugeben, dass mich das erste Durchblättern im Zeitungsladen erst mal abgeschreckt hat. Beim zweiten Mal konnte ich dann doch nicht widerstehen und gab dem Heft eine Chance und je öfter ich es zur Hand nehme, desto besser gefällt es mir.
Der Zeichenstil ist anders, eindeutig. Insbesondere im Vergleich zum klassischen Stil (letzte Seite im Heft, aus meiner Lieblingsära).
Die Charaktere wirken manchmal etwas fremd, dann doch wieder sehr vertraut. Zum Beispiel der Gesichtsausdruck von Fix auf Seite 13 beim Steuern des Greifarms. So hätte man ihn früher nicht gesehen, aber es gefällt mir. Auch sein Lachen auf Seite 48 wirkt sehr anders, aber auch hier gefällt es mir (erinnert etwas an Mangazeichnungen). Sehr schön auch manche Details, die Haare auf Lupos Kopf und an seinem Schwanz oder bei Oma Eusebia.
Allerdings fehlen ihre Brillenbügel, sowie der Knoten von Faxens Fliege. Knox sieht ziemlich gut aus, vor allem gefällt mir die Idee seines Hawaii-Fracks.
Die ersten beiden Comicseiten der ersten Geschichte wirken etwas chaotisch, etwas unklare Panelaufteilung, finde ich. Schönes Detail: Der Wal, der sich an der Holzstatue festhält, oder Knox, der eben noch warnt und dann selbst in die frische Farbe langt.
Auf Seite 6 fehlt Fix’ Nase im dritten Panel, oder?
Es freut mich, dass die Wohnung der beiden noch im guten alten Stil eingerichtet ist, hier sollte auf gar keinen Fall eine Modernisierung stattfinden. Ein PC geht natürlich in Ordnung.
Auf Seite 7 fehlen mir ein paar Hintergrundetails, vor allem im fünften Panel. Das gefällt mir gar nicht. Lupo sieht verzerrt aus (auch wenn er sich gerade anstrengen muss), der Hintergrund fehlt völlig (fällt vielleicht wegen der Farbe so auf?).
Seite 8: Die Inselbewohner haben ein tolles Charakterdesign erhalten. Klassischer Kauka-Studio-Stil. Sehr sympathisch.
Doch im ersten Panel fällt mir erst mal das auf, was mich vor allem an der zweiten Geschichte sehr gestört hat: Die Linien der Figuren. Sie sind in der gleichen Strichstärke, egal wo am Körper sie sind, egal wie nah die verschiedenen Charaktere dem Betrachter sind. Im Vergleich zu dem alten Bild auf der vorletzten Seite... dort variiert die Dicke der Linien noch während des selben Striches. Dort ist auch alles runder, zum Beispiel die Schuhe. Es wirkt geschwungener als im aktuellen Comic.
Seite 9: Toller Gag mit Knox in Lupos Tagtraum.
Seite 10 und 11: Tolle Hintergründe (ja, ich mag Hintergründe), schöner Panelaufbau. Passende Farbgebung, tolle Gesichtsausdrücke bei Lupo.
Seite 12 und 13: Sehr schönes Rochendesign. Auch gut, dass er nicht einfach so angegriffen hat, sondern nur seines Weges schwimmt und sich dann verfängt. Gut, dass er nicht als böse dargestellt wurde. Lupo sieht auf Seite 13 etwas merkwürdig aus (auch wenn ihm schlecht ist).
Seite 14 und 15: Ihr habt schöne Ideen zu Lupos Tagträumen, sehr charaktertreu, wie auch sein Missgeschick auf der nächsten Seite.
Tolle Darstellung der Charaktere im Dunkeln, übrigens. Gefällt mir hervorragend, dass hier nicht das typische „es sind nur die Augen zu sehen“ verwendet wurde.
Auf Seite 16 sieht Lupo wieder sehr seltsam aus. Einfach nicht wie Lupo. Der schimpfende Fix ist toll, der schmollende Fix nicht so sehr.
Die Seepferdchenhöhle ist toll! Es scheinen auch keine Tiere kopiert und eingefügt worden zu sein, und falls doch ist es mir nicht aufgefallen! Super Arbeit (und eine schöne Idee an sich)!!!
Seite 18: Ein paar Infos und Unterhaltung wunderbar verknüpft. Am besten gefällt mir der Fisch mit dem Schattenwurf, die Gesichtsausdrücke der Fische an sich sind spitze, so sollten sie im F&F Heft sein.
Seite 19: Sehr schön, wie sich die Pferdchen über Lupos Nase amüsieren. Oder das, das sich in Foxi verguckt hat. Toll auch, wie sie das U-Boot für einen kranken Fisch halten. Die Ähnlichkeit ist hier sehr schön umgesetzt.
Seite 20: Wieder wunderbare Hintergründe.
Seite 22: Der Horizont ist zu sehr mit dem Lineal gezogen. Das geht beim Meer noch einigermaßen in Ordnung, aber beim Strand passt das nicht. Auch Lupo sieht in den letzen beiden Panels seltsam aus, auch seine winkende Hand. Sehr schön: Das Brathähnchen mit der Perle.
Seite 23: Knox Labor, was man sieht ist sehr schön. Doch man sieht zu wenig. Hier fehlt mir wieder Hintergrund, vor allem im zweiten Panel. Auch seine Hände sind merkwürdig im zweiten Bild.
Im Zimmer von Fix und Foxe fehlen wieder Details.
Inhaltlich war das eine schöne Geschichte, Humor, etwas Spannung, etwas zum Lernen (insbesondere in Verbindung mit dem folgenden Infoteil). Die Dialoge sind super, genauso wie sie sein sollten. Typische F&F Sprüche, keine hypermodernen Ausdrücke wie es bei Tigerpress teils der Fall war.
Was mir nicht gefallen hat, war das Seepferdchen zu behalten. Das ist ja grausam es in diesem winzigen Behälter im Zimmer stehen zu lassen. Hier hätte man noch erwähnen sollen, dass sie es demnächst wieder freilassen.
Das Ende-Zeichen sieht zu verwaschen aus, hier wünsche ich mir aber sowieso das klassische Stop-Schild-Design.
2. Geschichte:
Typische Geschichte, schön erzählt, passende Dialoge, Redewendungen und Gags. Schade, dass man sich nicht konsequent für eine Sprechblasenart geeinigt hat (fällt insbesondere bei Knox auf).
Klarer Panelaufbau, positiv.
Die Zeichnungen unterscheiden sich von der ersten Geschichte. Ich würde sagen, die Charaktere sehen dem Design der vorletzten Seite hier ähnlicher, doch sehr negativ fällt die Strichstärke auf. Immer gleich dünn und vor allem: viel zu dünn. Es wirkt wie mit dem Computer gezeichnet. Es fehlt irgendwie das Gefühl der Handarbeit. Vor allem bei Knoxens Schreibtisch, dem Apparat, den Häusern, Eusebias Treppe, ihrer Küche, die Fahrräder (die jetzt im Gegensatz zu den Seepferdchen kopiert wirken), die leere Innenstadt, der Ventilator.
Auf Seite 42, Panel 2 habe ich eine Weile gebraucht, um zu Verstehen, was da passiert... Eusebia schwebt hinter Lupo und haut ihn mit dem Tisch? Wohl eher nicht...
Auch Seite 44 Panel 3: Schön, dass hier Details im Hintergrund zu sehen sind, abe was ist das? Ein Sofa? Und klebt es an der Wand, wie auch die Lampe?
In Panel 1 stimmt die Perspektive des Hintergrundes nicht, und die Linien sind zu sehr wie mit den Lineal (oder PC) gezogen.
Es wirkt alles zu glatt, zu steril. Hier kann noch nachgebessert werden. Wobei die Charaktere an sich schon eher wie sie selbst aussehen als in der ersten Geschichte, nur eben mit zu dünnen Linien. Auch nicht gut, dass Faxens Weste in einer Linie in seine Hose übergeht. Sie müsste doch eigentlich überstehen...
Alles in allem ein schöner Neustart, mit Potential. Der Geschichten- und Dialogstil sollte beibehalten werden (wäre schön, wenn der Infoteil immer was mit der Hauptgeschichte zu tun hat), die Zeichnen sind besser als zu den Anfängen von Tigerpress, aber dennoch noch verbesserungswürdig. Mehr Details, mehr Hintergründe, nicht ganz so glatt und steril.
Ich bin jedenfalls bei den nächsten Heften noch dabei und wünsche viel Erfolg!